NFDI

Aus Arbeitskreis Digitale Kunstgeschichte
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Die Initiative für eine Nationale Forschungsdaten-Infrastruktur

Geschichte und Entwicklung der NFDI

Der 2016 gegründete Rat für Forschungsinfrastrukturen Rfii hat empfohlen, eine Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) zu entwickeln. Im Bereich der Geisteswissenschaften wurde der Diskussionsprozess hierzu zunächst vor allem von Dariah.de und Clarin-D getragen. Mit Mitteln des BMBF haben die beiden Verbände, gemeinsam mit der Akademienunion und dem Verband Digital Humanities im deutschsprachigen Raum (DHd e.V.) drei Workshops in Berlin ausgerichtet, auf denen der Arbeitskreis jeweils durch Holger Simon und Georg Schelbert vertreten war (15. Februar, 15. Juni, 4. Oktober).

Am 16. November 2018 hat sich die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) förmlich darauf geeinigt, die Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) aufzubauen. Die Förderung soll gemeinsam durch Bund (vsl. 90%) und Länder (vsl. 10%) gefördert werden. Hierzu wurde eine „Bund-Länder-Vereinbarung zu Aufbau und Förderung einer Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI)“ 26. November 2018 getroffen. Die NFDI hat vor allem zum Ziel, vorhandene Strukturen zu bündeln, abzustimmen und zu ertüchtigen. Für die verschiedenen Wissenschaftsgebiete sollen sich daher handlungs- und sprechfänige Konsortien bilden. Über die Förderung wird ein von der DFG durchgeführtes Begutachtungsverfahren entscheiden. Mit einer Ausschreibung ist im Frühsommer 2019 zu rechnen. Für das Verfahren zur Auswahl der NFDI-Konsortien hat der Hauptausschuss der DFG in seiner Sitzung am 06. Dezember 2018 das NFDI-Expertengremium gewählt, zu dessen Hauptaufgaben die Bewertung der Anträge gehört. Seine konstituierende Sitzung ist am 25. Januar 2019.

Was macht der AK Digitale Kunstgeschichte in der NFDI?

Forschungsinfrastrukturen waren immer auch ein Thema im AK Digitale Kunstgeschichte (vgl. die Seiten Digitale Forschungsinfrastrukturen Materialsammlung und Tools). Tools, Standards und Datenbanken - sowohl als Werkzeuge als auch als Inhalte - sind für die Digitale Kunstgeschichte notorische Desiderate. Bilder und Objekte, sowohl als Digitalisate, als auch beschrieben durch Text und Daten verlangen eigene Standards und Technologien.

Zur Meinungsbildung innerhalb der bild- und objektbezogenen kulturhistorischen Fächer, gab es Treffen bei der Archäologie (11.06.2018), der Kunstgeschichte (28.08.2018), und den Musikwissenschaften (13./14.12.2018). Ein erstes Abstimmungsteffen zur Gründung eines Konsortiums für materielle und audiovisuelle Kulturgüter (NFDI4Culture) fand am 17.12.2018 in Bonn statt. Die Arbeitsgruppen hierzu kommunizieren auf einem Slack-Workspace.

Holger Simon und Georg Schelbert vertreten zugleich den Verband Deutscher Kunsthistoriker e.V. im Rahmen des NFDI-Prozesses.

Welche sind die Schritte auf dem Weg zu einem NFDI-Konsortium?

Auf der einen Seite müssen sich Fächer und Einrichtungen. Das ist weitgehend geschehen durch zahlreiche Gesrpäche und Treffen auf den oben genannten Veranstaltungen und bei anderen Gelegenheiten zwischen VertreterInnen der Fächer Kunstgeschichte, Musikwissenschaft, Archäologie und Medienwissenschaft. Dabei waren sowohl die Fachverbände (z.B. Verband Deutscher Kunsthistoriker) als auch die großen Einrichtungen, die bereits Infrastrukturen anbieten und betreiben (z.B. Foto Marburg) aktiv.

Auf der anderen Seite ist es wichtig, vorhandene Potentiale und Bedarfe im Hinblick auf Forschungsdateninfrastrukturen zu definieren. Das soll auch der fachlichen Praxis heraus erfolgen, da die NFDI und die zugrundeliegenden Diskussionsprozesse forschungsnah sein sollen. Für die Kunstgeschichte bietet z.B. Die Zürcher Erklärung zur Digitalen Kunstgeschichte gute Anhaltspunkte, welche Desiderate im Bereich der Forschungsdateninfrastrukturen vorhanden sind. Derzeit wird unter anderem an einer Aufstellung relevanter, protogypischer vorhandener Dienste und Repositorien gearbeitet und zugleich an typischen Anwendungsfällen (use-cases).

Alle Mitglieder des AK Digitale Kunstgeschichte sind herzlich eingeladen, sich an der Diskussion zu beteiligen und beispielsweise Anwendungsfälle und Bedarfe zu formulieren. Hierzu bitte eine Nachricht an Holger Simon oder Georg Schelbert.

Schriften zur NFDI

Die Empfehlungen des Rats für Forschungsinfrastrukturen (Rfii), die den NFDI-Prozess im wesentlichen ausgelöst haben und begleiten: [1]. Im Verlauf der sich entwickelnden Diskussion hat der Rfii weitere Präzisierungen und Stellungnahmen veröffentlicht:

  • Leistung aus Vielfalt. Empfehlungen zu Strukturen, Prozessen und Finanzierung des Forschungsdatenmanagements in Deutschland, Göttingen 2016, 160 S. pdf
  • Schritt für Schritt – oder: Was bringt wer mit? Ein Diskussionsimpuls zu Zielstellung und Voraussetzungen für den Einstieg in die Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI), Göttingen 2017, 4 S. pdf
  • Zusammenarbeit als Chance. Zweiter Diskussionsimpuls zur Ausgestaltung einer Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) für die Wissenschaft in Deutschland, Göttingen 2018, 4 S. pdf
  • In der Breite und forschungsnah: Handlungsfähige Konsortien. Dritter Diskussionsimpuls zur Ausgestaltung einer Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) für die Wissenschaft in Deutschland, Göttingen 2018, 6 S. pdf


Die Positionspapiere der verschiedenen Interessensgruppen zur NFDI sind inzwischen bereits ein literarisches Genre geworden (an dem sich die Kunstgeschichte bislang noch nicht beteiligt hat):

  • Verband Digital Humanities im deutschsprachigen Raum (Juli 2017): [2]
  • Verband der Historikerinnen und Historiker Deutschlands (Feb. 2018): [3]
  • Gesellschaft für Musikforschung (Feb. 2018): [4]
  • Union der Akademien (Feb. 2018): [5]
  • Expertengruppe FDM der Digitalen Hochschule NRW (April 2018): [6]