Vortragsreihe zur Digitalen Kunstgeschichte am KHI der LMU München

Aus Arbeitskreis Digitale Kunstgeschichte
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Im Juni 2012 wurde von Hubertus Kohle und Stephan Hoppe am Institut für Kunstgeschichte der LMU München (Zentnerstr. 31) eine öffentliche Vortragsreihe zu Themenfeldern der Digitalen Kunstgeschichte ins Leben gerufen. Sie soll in loser Folge mit etwa zwei Veranstaltungen pro Semester über aktuelle Entwicklungen in diesem Gebiet informieren, dem interdisziplinären und überregionalen Austausch dienen und vor allem auch den kunsthistorischen Nachwuchs am Institut inspirieren, neue Konzepte und Werkzeuge in der eigenen Arbeit auszuprobieren.

Auf dieser Seite werden die Veranstaltungen angekündigt und kurz dokumentiert, wobei die jüngeren Termine zu oberst beginnen.

Zur Oberseite überregionale Termine


Vorankündigung

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Dr. Annette Doms

Everything always everywhere: Vom Sammeln und Konservieren immaterieller Kunst

Dienstag, 15. November 2016, 19:00 (s.t.), RAUM 004

Vortragsreihe zur Digitalen Kunstgeschichte

Institut für Kunstgeschichte der LMU

Zentnerstr. 31

Moderation: Dr. Harald Klinke

Dr. Annette Doms ist freie Kunsthistorikerin und Kuratorin im Bereich Digital Art. Sie hat Kunstgeschichte, Archäologie und Psychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München studiert. 2017 wird sie als Dozentin für Geschichte der digitalen Kunst am Urstein Institut Salzburg lehren. Sie ist unter anderem Mitbegründerin und künstlerische Leiterin der UNPAINTED art fair, einer internationalen Messe für digitale Kunst.

Unsere Gesellschaft und mit ihr die Kunst erfährt permanent grundlegende Veränderungen durch neue Techniken und Weltanschauungen. Entmaterialisierungsprozesse prägen eine Ästhetik der Abwesenheit. Wie sammelt man Kunst, die aus „nichts“ besteht? Für Sammler bedeutet es, allgemein gültige Sammlungskriterien neu zu überdenken. Themen wie Langlebigkeit, Authentizität und Werthaltigkeit gelten für viele Arbeiten nicht mehr. Die Kunstvermittlung fordert hier ein Umdenken hinsichtlich der Bewahrung und Präsentation von Kunst. Die Verantwortung des Sammlers über den Erhaltung seiner immateriellen Arbeiten ist dabei groß und ein Garant für die Kontinuität der Zeit.

Bisherige Vorträge

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Prof. Dr. Burkhard Freitag, Universität Passau

Digitales Gemäuer – Das Bauwerk in der Datenbank

Dienstag, 8. November 2016, 19:00 (s.t.), RAUM 004

Vortragsreihe zur Digitalen Kunstgeschichte

Institut für Kunstgeschichte der LMU

Zentnerstr. 31

Moderation: Prof. Dr. Stephan Hoppe


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Dienstag, 26.01.2016 19:00

Matthias Arnold, M.A. und Eric Decker, M.A.: Annotationssysteme für Bild- und Videomedien

Moderation: Harald Klinke

Raum 007 im EG des Instituts für Kunstgeschichte, Zentnerstr. 31, München

Die Folien des Vortrages lassen sich unter diesem Link herunterladen.


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19.01.2016 19:00

Prof. Dr. Mark Hengerer und Dr. Gerhard Schön: Kaiser und Höfe. Digitale Erfassung und Analyse adelig-höfischer Repräsentation

Moderation: Stephan Hoppe

Raum 007 im EG des Instituts für Kunstgeschichte, Zentnerstr. 31, München


23. Juni 2015 19:00

Gerd Hirzinger, Bernhard Strackenbrock und Jürgen Dudowits (DLR): Hochgenaue 3D-Modellierung und interaktive Visualisierung von Bauwerken

Institut für Kunstgeschichte der LMU, Zentnerstr. 31, Raum 007

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Moderation: Stephan Hoppe


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  • 2. Juni 2015 19:00 Marian Dörk und Katrin Glinka (Potsdam): Visualisierung Kultureller Sammlungen. Exploration und Vermittlung von digitalisierten Beständen

Institut für Kunstgeschichte der LMU, Zentnerstr. 31, Raum 007

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Moderation: Harald Klinke

Der Vortrag gibt eine Einführung in ein jüngst angelaufenes Forschungsvorhaben zur Visualisierung kultureller Sammlungen, das zum Ziel hat, neue interaktive und visuelle Methoden zu entwickeln, welche die innovative Exploration digitalisierter Kulturbestände erlaubt.

Zusammenfassung durch die Vortragenden: Anfangs wird mittels des Konzepts des “Informationsflaneurs” die neugierige, kritische und kreative Herangehensweise der literarischen Figur des Flaneurs gegenüber der Stadt auf den Zugang zu digitalen Sammlungen übertragen. Das Modell des Informationsflaneurs ist dezidiert abgegrenzt von defizitären Modellen der Informationssuche, welche Wissenslücken, Probleme und Ängste in den Vordergrund stellen. Stattdessen sollen die positiven Aspekte alltäglicher Informationspraxis wie Freude, Neugierde und Entdeckungen verstärkt werden. Dabei kann Informationsvisualisierung, also die interaktive Sichtbarmachung abstrakter Daten, eine besondere Rolle spielen, indem sie die menschliche Wahrnehmung nutzt um Erkenntnisprozesse zu unterstützen. In Bezug auf die visuelle Repräsentation von Informationssammlungen lässt sich ein Spektrum zwischen abstraker Repräsentation und konkreter Präsentation aufspannen. Makroperspektiven, wie sie zum Beispiel Lev Manovich mit Cultural Analytics vertritt (z.B. PhotoTrails), oder Deutsche Digitale Bibliothek visualisiert, geben aggregierte Übersichten über große Sammlungen. Auf der anderen Seite gibt es die monadische Perspektive um einzelne Objekte, welche die stetige Bewegung entlang lokal ausgerichteter Perspektiven fördert (z.B. Monadic Exploration, Städels Digitale Sammlung). Dazwischen können die Generous Interfaces von Mitchell Whitelaw angesiedelt werden (z.B. Manly Images, Explore Australian Prints + Printmaking), welche Struktur und Textur von Sammlungen kombinieren und somit Orientierung sowohl in Bezug auf die Ausmaße einer Sammlung als auch ihrer Qualitäten geben.

Mit dem Forschungsprojekt VIKUS (Visualisierung kultureller Sammlungen) arbeiten wir mit Sammlungsinstitutionen an der Schnittmenge zwischen Design, Informatik und Kulturwissenschaft, um kulturelle und technologische Perspektiven zu verknüpfen. Dabei fragen wir uns unter anderem, mit welchen Mitteln eine explorative Sichtung digitalisierter Sammlungen begünstigt werden kann, wie kulturelle Sensibilität in der Gestaltung von Sammlungsvisualisierungen entwickelt werden kann und was Kuratieren im Digitalen bedeuten kann.

Am konkreten Beispiel der ersten Teilergebnisse aus dem Forschungsprojekt wird daran anknüpfend illustriert, welche Herausforderungen identifiziert und welche Ansätze bei der Erarbeitung und Erforschung von Visualisierungen und explorativen Zugängen verfolgt werden können. Mit dem Projektpartner von VIKUS, der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG), stand hierbei zunächst die Begutachtung von digitalisierten Inhalten im Vordergrund. Hierzu zählt zentral die Fotothek des Dokumentations- und Informationszentrums, in der sowohl historische als auch aktuelle Aufnahmen der Schlösser und Gärten und der darin befindlichen Kunstsammlungen bewahrt, digitalisiert und über ein Web-Interface durchsuchbar gemacht werden. Um weitere Potenziale in der Verknüpfung von (digitalisierten) Inhalten hervorzukehren, wurde ein Workshop (nach Chen et al, 2014) mit Vertreter/-innen aus den verschiedensten Bereichen der Stiftung durchgeführt. Aus den Workshopergebnissen und mit Rückgriff auf das Dissertationsvorhaben von Katrin Glinka, das unter anderem untersucht, wie digitalisierte Sammlungsbestände als kontextualisierte Inhalte in einem vermittelnden und ausstellenden Gestus zugänglich gemacht werden können, wurde schließlich ein geeigneter Sammlungsbereich innerhalb der SPSG identifiziert, welcher die Voraussetzungen für eine weitere Vertiefung der Visualisierungskonzepte erfüllt. Es handelt sich um den Sammlungsbereich der Zeichnungen König Friedrich Wilhelms IV. von Preußen , der wissenschaftlich erschlossen und über einen indexierten Bestandskatalog online publiziert wurde. Mit dem Ziel, die vorhandenen Digitalisate der Zeichnungen, Metadatenstruktur, redaktionelle Texte und weitere Inhalte zu verknüpfen und durch Visualisierungen und Interfaces zugänglich zu machen, wurde ein weiterer Workshop mit der SPSG durchgeführt. Der bereits angesprochene Begriff der kulturellen Sensibilität bzw. die Frage, wie ein kuratorischer Ansatz in den digitalen Raum übertragen werden kann, sollte dabei vertieft werden. Die Visualisierung soll daher sowohl die kunsthistorische Erschließung der Objekte repräsentieren, so dass auch ExpertInnen einen Mehrwert in der Beschäftigung mit dem Sammlungsbestand haben, als auch den Zugang zum Sammlungsbereich für bisher themenfremde Menschen erleichtern. Um den Bestand also nach kuratorischen Gesichtspunkten zu strukturieren, greift das Konzept auf eine bereits in einer Ausstellung umgesetzte Kuratierung zurück. Die kuratorischen Kategorien bzw. Strukturierungen dienen nun auch als „Einstiegspunkt“ für die Visualisierung des Bestandes. Über die Metadatenverknüpfung dieser „manuell“ kuratierten Auswahl kann somit generisch auf den Gesamtbestand der Zeichnungen verwiesen werden.

Der Vortrag schließt mit einem Ausblick darauf, wie das gängige Verständnis von Kuratierung durch die interaktiven und partizipativen Kommunikationsstrukturen im Web verändert wird und welche Möglichkeiten dies für Annotation und Co-Creation eröffnet. Das neue Verständnis von Kuratierung im digitalen Raum sollte demnach auch die Kuratierung kultureller Narrative und Erfahrungen mit einbeziehen. Dies umfasst z.B. die Bereitstellung und Strukturierung von Kollaborationsmöglichkeiten und Nutzerbeteiligung, die dann wiederum multiple Sichtweisen hervorbringen und zulassen (zum Beispiel durch Interfaces, die Annotation unterstützen). Anhand von animierten Beispielen wird illustriert, inwiefern sich Interfaces und Visualisierungen nicht nur dazu eignen kulturelle Diskurse abzubilden, sondern wie sie auch als explizit rhetorische Diskursbeiträge konzipiert werden können (z.B. »Visualising the Un-Seen«).


  • Di, 16. Dezember 2014: Piotr Kuroczyński, Digitale Rekonstruktionen in Virtuellen Forschungsumgebungen – Aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze

Institut für Kunstgeschichte der LMU, Zentnerstr. 31, Raum 007, 19 Uhr

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Piotr Kuroczyński (stehend) auf dem Arbeitstreffen AK Digitale Kunstgeschichte Oktober 2014 in Berlin

Der Vortrag stellt eine im Aufbau begriffene virtuelle Forschungsumgebung für die digitale Rekonstruktion von zerstörter Kunst- und Architektur der frühen Neuzeit und des Historismus im heutigen Polen und Russland. vor. Die vorläufigen Ergebnisse basieren auf der digitalen Rekonstruktion zweier heute fast vollständig zerstörter Barockschlösser, Schlodien (Gładysze/Polen) und Friedrichstein (Каменка/Russland).

Am Beispiel dieses laufenden Projekts wird anwendungsbezogen die Methodik der Rekonstruktion, die Dokumentation des Prozesses, die einschlägigen Prinzipien und Datenformate sowie Technologien vorgestellt. Das Auditorium bekommt einen tiefen Einblick in die Komplexität der Projekte und wird mit den Herausforderungen sowie vielversprechenden Lösungsansätzen konfrontiert.

Piotr Kuroczyński ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Herder-Institut in Marburg und koordiniert dort das Verbundprojekt „Virtuelle Rekonstruktionen in transnationalen Forschungsumgebungen – Das Portal: Schlösser und Parkanlagen im ehemaligen Ostpreußen, gefördert von der Leibniz-Gemeinschaft (07/2013 - 06/2016) Home.

Piotr Kuroczyński hat promoviert zum Thema: Die Medialisierung der Stadt. Analoge und digitale Stadtführer zur Stadt Breslau nach 1945. Siehe die Rezension dazu bei den SEHEPUNKTEN.

Seit 2002 spezialisiert er sich in digitaler Rekonstruktion zerstörter und/oder nicht realisierter Architektur sowie in der Vermittlung vom Kulturerbe mit den I+K Technologien. Seit 2005 in der Lehre und Forschung an der Technischen Universität Darmstadt tätig, danach als promovierter Architekt mehrere Lehraufträge an der Technischen Universität Warschau sowie an der Technischen Universität Darmstadt.

Zu seinen Projekten zählt u.a. die digitale Rekonstruktion der Baugeschichte des Moskauer Kremls, der Bau- und Entwurfsgeschichte des Petersdoms in Rom, der Stadtentwicklung Breslaus sowie des Jüdischen Viertels in Lublin. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf der digitalen Rekonstruktion und vermehrt auf virtuellen Forschungsumgebungen und der semantischen Datenmodellierung. Mitbegründer und Convenor der Arbeitsgruppe Digitale Rekonstruktion [1] bei Digital Humanities im deutschsprachigen Raum e.V. mit dem Ziel, eine Austauschplattform zur Strukturierung der jungen Disziplin und zur Bündelung der Kompetenzen zu gründen.

Vgl. auch: Digitale Architekturmodelle und ihre Rolle in der Residenzenforschung (Forschungsschwerpunkt)

Moderation: Stephan Hoppe


  • Di, 24. Juni 2014: K. Bender: Distant viewing in art history

An example of the quantitative approach and the application of statistical techniques with the aim to learn about the regional and temporal frequency distributions of artworks, their topics and their artists, in a thematic research collection of the iconography of Venus from the Middle Ages to Modern Times.

Institut für Kunstgeschichte der LMU, Raum 007, 19 Uhr

The slides of the presentation are located here:

Moderation: Hubertus Kohle


  • Di, 29.April 2014: Stefan Heidenreich: Post-Internet Art, Post-Netz Kunstgeschichte


Wenn das Netz allgegenwärtig wird, entzieht es sich der Aufmerksamkeit. Zugleich wird es nahtlos in jede Art von Praxis eingebunden. Die Wirkungen bleiben. Post-Internet benennt eine Kunst, der der Umgang mit dem Netz so selbstverständlich geworden ist. Für die Kunstgeschichte steht dieser Schritt erst noch an, mit absehbaren Effekten. Relevanz statt Bedeutung, Referenz statt Kritik, Geschichte als nur eine von vielen möglichen Zugriffsweisen auf das Archiv.


Institut für Kunstgeschichte der LMU, Raum 007, 19 Uhr

Moderation: Hubertus Kohle


  • Di, 10. Dezember 2013: Matthias Zipp: Titel: Von der Vision zur Mission - Realisierung wissenschaftlicher Online-Präsentationen

Institut für Kunstgeschichte, LMU München, Raum 007, 19 Uhr


Es ist einfach, eine komplizierte Datenbank zu entwickeln, die nur mit sich selbst kommunizieren kann.

Es ist hingegen anspruchsvoll, eine einfache Datenbank zu entwickeln, die gleichsam den Datenaustausch in der wissenschaftlichen Gemeinschaft ermöglicht und weitestgehend auf anerkannten Standards basiert.

Der Vortrag erläutert dieses Paradoxon und zeigt anhand von Beispielen Wege zur Realisierung auf.

Matthias Zipp ist einer der beiden Gründer von basis5 webtechnologie. Eine im Jahre 2000 gegründete Agentur, die nationale und internationale Online-Datenbankprojekte, zumeist im Kunst- und Kulturbereich realisiert und die documenta technisch begleitet.

Vgl: mediencluster-documenta (Technische Umsetzung, Metadaten, Datenbank, Langzeitarchivierung zeitgebundener Medien, Online-Video Formate) und Deutsches Architekturmuseum (Technische Umsetzung, Metadaten, Migration der Datenbank) Technische Umsetzung, Metadaten, Datenbank, Langzeitarchivierung zeitgebundener Medien, Online-Video Formate

Moderation: Stephan Hoppe


Hinweis in eigener Sache: Wir möchten auch auf den Münchener Studientag zur Digitalen Kunstgeschichte für Doktorandinnen und Doktoranden am 30. November 2013 hinweisen, der den Zielen dieser Vortragsreihe eng verwandt ist.


  • Di, 16. Juli 2013: Marc Grellert: Architektur und Erinnerung im digitalen Zeitalter. Synagogen in Deutschland

Institut für Kunstgeschichte, LMU München, Raum 007, 19 Uhr.


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Der Vortrag behandelt Potentiale, Grenzen sowie Randbedingungen des Einsatzes virtueller Modelle für das Erinnern an verlorene Architekturen. Im Focus stehen die virtuellen Rekonstruktionen von Synagogen, die in der NS-Zeit zerstört wurden.

Dr.-Ing. Marc Grellert lehrt am Fachgebiet Informations- und Kommunikationstechnologie in der Architektur der TU Darmstadt und ist Mitbegründer und Inhaber der Firma Architectura Virtualis. Er studierte Architektur an der TU Darmstadt und promovierte 2007 über die Potentiale digitaler Technologien für das Erinnern zerstörter Architektur.

Seine Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind 3D Computer Rekonstruktion und Simulation von Architektur, Wissensvermittlung mit Hilfe digitaler Medien sowie Entwicklung und Realisierung von Installationen und Exponaten für Ausstellungen. Er leitete internationale Rekonstruktionsprojekte wie „Baugeschichte des Moskauer Kremls“, „Kaisergräber in Xi’an“ (China) „Tempel der Khmer“ oder aktuell die Baugeschichte des Florentiner Doms. Seit 1994 arbeitet er an Computer Rekonstruktionen von Synagogen, die in der NS-Zeit zerstört worden sind und entwickelte 2002 das Synagogen Internet Archiv.

Homepage des Synagogenprojektes Homepage an der TU Darmstadt dazu

Vgl. auch den kunsthistorischen Forschungsschwerpunkt zu digitalen Architekturmodellen an der LMU

Moderation: Stephan Hoppe


  • Di, 11. Juni 2013: Robert Tolksdorf: Informatik und Kunst - Technologien, Verfahren und Synergien

Institut für Kunstgeschichte, LMU München, Raum 007, 19 Uhr.


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Informatik beschäftigt sich deteministisch mit Informationen und Daten - Kunst sammelt undeterministisch Wissen um die Welt. Für die digitale Kunstgeschichte liefert die Informatik zunächst technische Hilfestellungen, z.B. in der Infrastruktur im Museums- oder Sammlungsbetrieb. Sie kann Verfahren bereitstellen, mit denen kunstbezogene Daten analysiert werden und quantitative Indikatoren für qualitative Forschungsfragen liefern. Teilweise bieten solche Verfahren aber auch die genau passende Methodik zur Erschliessung bestimmter Werke.

Im Vortrag wird aus subjektiver Sicht über die Beziehung zwischen Kunst und Informatik berichtet, es werden Beispiele für Analyseverfahren gegeben und über Ansätze zu einer netzwerkbezogenen Analyse von Arbeiten des US-Zeichners Mark Lombardi (1951-2000) gesprochen (zu dem Lombardi-Projekt siehe hier)

Robert Tolksdorf ist Professor für Netzbasierte Informationssysteme an der FU Berlin

Moderation: Hubertus Kohle


  • 22. Januar 2013: Günter Görz: WissKI: Semantische Annotation, Wissensverarbeitung und Wissenschaftskommunikation in einer virtuellen Forschungsumgebung.

Institut für Kunstgeschichte, LMU München, Raum 007, 19 Uhr.


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Mit dem WissKI-System wird die Konzeption für eine virtuelle Forschungsumgebung vorgestellt, die aus Anforderungen an die kooperative Forschung im Bereich des Kulturerbes und seiner Dokumentation im digitalen Medium entstand und die im Rahmen des DFG-geförderten Projekts WissKI („Wissenschaftliche Kommunikations- Infrastruktur“, http://www.wiss-ki.eu/) umgesetzt wurde.

Es geht dabei nicht nur um die einfache Bereitstellung und offene Verfügbarkeit von Quellmaterialien - strukturierte Texte, Grafiken, Bilder, Video, Audio - und Metadaten in digitaler Form, sondern um eine Infrastruktur für interaktives und vernetztes Arbeiten auf der Basis semantischer Tiefenerschließung. Eine Schlüsselrolle kommt hierbei dem „Conceptual Reference Model“ von ICOM-CIDOC als formaler Referenzontologie zu, die um geeignete Anwendungsontologien erweitert werden kann. Ihre Implementation in der „Web Ontology Language“ bildet in Verbindung mit verschiedenen Werkzeugen des „Semantic Web“ den Kern des WissKI-Systems.


  • Di, 4. Dezember 2012: Holger Simon: Die Revolution der digitalen Kommunikation. Mit Apps und social media den Besuchern auf den Fersen.

Institut für Kunstgeschichte, LMU München, Zentnerstr. 31, Raum 007, 19 Uhr.


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In dem Vortrag wurden auf grundsätzliche Weise die Chancen und Herausforderungen beleuchtet, mit denen sich aktuell Museen im Zeitalter der Digitalisierung konfrontiert sehen. Es geht dabei nicht darum, konzeptlos irgendwelche gerade modernen technischen Apparaturen einzusetzten, sondern die sich neu entwickelnden Kommnuikationskanäle als Möglichkeit zu begreifen, die Arbeit eines Museums auf neue Weise nach außen hin darzustellen und zu begründen. Eine entscheidende Rolle spielt dabei das Smartphone als allzeit mobiler und persönlicher Kommunikator.

PD Dr. Holger Simon ist als Kunsthistoriker Gründer und Geschäftsführer von Pausanio (siehe auch den Blog und die Homepage der Agenturaktivitäten), der Ideenschmiede für mobile und digitale Kunstvermittlung. Ein aktuelles Thema von ihm ist darüber hinaus der Bereich des "Cultural Entrepreneuship".

Siehe auch seine wissenschaftliche Homepage.


  • Di, 30.Oktober 2012: Maximilian Schich, ETH Zürich: Die Ökologie komplexer Netzwerke in den Kunst- und Geisteswissenschaften.

Institut für Kunstgeschichte, LMU, Zentnerstr. 31, Raum 007 (statt 004), 19 Uhr


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Seit Jahrhunderten tragen die Kunst- und Geisteswissenschaften große Mengen strukturierter Daten zusammen, in Fom von Indizes, Inventaren, Katalogen und zuletzt Datenbanken. Zusätzlich werden mehr und mehr strukturierte Daten publiziert, etwa in der so genannten Linked Open Data Cloud oder Freebase.com. Weitere, mehr unstrukturierte Quellen von Relevanz sind beispielsweise Google Books oder JSTOR. Breite Benutzermassen sammeln desweiteren Daten in Services wie Flickr, Twitter oder Facebook.

Zur selben Zeit entwickeln die multidisziplinären Felder der allgemeinen Komplexitätswissenschaft sowie der Netzwerkforschung im Speziellen immer mehr Methoden und Werkzeuge, die es uns erlauben entsprechende Daten jenseits der traditionellen Grenzen von Karteien, gedruckten Büchern oder herkömmlichen Benutzeroberflächen zu untersuchen. Folglich bietet sich eine historisch außerordentliche Gelegenheit für tiefgreifenden Fortschritt in den Kernzielen der Kunst- und Geisteswissenschaften; die Aufdeckung sowie das Verständnis der Morphologie, Ökologie, und Evolution kultureller Artefakte und Phänomene, wie sie das komplexe System der Kultur auf mittlerer wie globaler Ebene charakterisieren.

Die Gelegenheit beim Schopf ergreifend, analysiert, visualisiert und erläutert der vorliegende Vortrag entsprechend strukturierte Datensammlungen, von einfachen Bibliographien bis zu komplizierten Forschungsdatenbanken, wobei sich eine ganze Ökologie von Netzwerken komplexer Netzwerke zwischen Objekten, Personen, Örtlichkeiten, Zeiträumen und Ereignissen offenbart.

Der vorgestellte quantitativ-hermeneutische Ansatz komplementiert die traditionelle Kunst- und Geisteswissenschaft und schlägt eine Brücke zur modellierenden wie simulierenden Wissenschaft der Komplexität

Näheres zur Person: Homepage des Vortragenden, dort ist eine Vielzahl an weiterführenden Hinweisen und Medien zugänglich.



  • 3. Juli 2012: Michael Hofbauer und Peter Schmelzle: MediaWiki-Software als multifunktionales Werkzeug moderner Kunstgeschichtsforschung am Beispiel von cranach.net (Hofbauer/Schmelzle), Institut für Kunstgeschichte, LMU München, Raum 007, 19 Uhr.


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Cranach.net (Projekthomepage) ist die digitale interdisziplinäre Forschungsdatenbank des Cranach Research Institute (cri) zu Lucas Cranach dem Älteren und seiner Werkstatt, in der dieselbe open source Wiki-Software eingesetzt wird wie auch in diesem Wiki des AK Digitale Kunstgeschichte und natürlich bei Wikipedia. Der gegenwärtige Schwerpunkt der Projektarbeit liegt auf der Zusammenstellung und Auswertung systematisch erhobener Daten im Bereich der Tafelmalerei. Außerdem wertet cri Ergebnisse technologischer Untersuchungen an Werken des Cranach-Kreises aus und plant in einer mehrbändigen Werk-Monografie das Cranach-Gesamtwerkverzeichnis als Handbücher zu den aktuellen Datenbanken unter dem Arbeitstitel CORPUS CRANACH zu publizieren.

Dr. Michael Hofbauer (*1961 in Schwäbisch Hall) ist der Gründer und Leiter des Forschungsnetzwerkes cranach.net und wissenschaftlicher Mitarbeiter des Lehrstuhls für Mittlere und Neuere Kunstgeschichte an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.

Peter Schmelzle (*1967 in Heilbronn) ist Mediengestalter, Autor und Experte für die Verwaltung großer Datenbestände in Mediawiki-Installationen. Mitglied im Historischen Verein Heilbronn und 2006 Gründer eines regionalgeschichtlichen Wikipedia-Portals. Seit 2010 technischer und redaktioneller Administrator des Forschungsnetzwerks cranach.net, das ebenfalls auf der Mediawiki-Software aufbaut.


In dem Vortrag wird das Arbeitswerkszeug Wiki gewissermaßen direkt aus dem Maschinenraum der kunsthistorischen Anwendung heraus vorgestellt und seine Stärken (und auch Schwächen) erläutert. Vielleicht können die grundsätzlich positiven Erfahrungen in Heidelberg dazu ermutigen, selbst über den Einsatz solcher Software in einem Forschungsprojekt nachzudenken.


  • 5. Juni 2012: Björn Ommer und Peter Bell: Der Computer als Betrachter. Objekterkennung und Maschinenlernen in der Kunstgeschichte (Ommer/Bell), Institut für Kunstgeschichte, LMU München, Raum 007, 19 Uhr.


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In dem gut besuchten Vortrag wurden das Forschungsfeld "computer vision" und aktuelle Bezüge zur Kunstgeschichte von zwei Fachleuten der Universität Heidelberg vorgestellt, die programmatisch an der Schnittstelle zwischen Informatik und Geisteswissenschaften (Kunstgeschichte) arbeiten. Der Informatiker JunProf. Dr. Björn Ommer (Homepage) leitet dort die Arbeitsgruppe Computer Vision (Homepage), in der der Kunsthistoriker Dr. Peter Bell (Homepage) mitarbeitet. Diese Arbeitsgruppe wurde im Rahmen der Exzellezinitiative eingerichtet und ist Teil der Heidelberger Anstrengungen zur intensivierten Zusammenarbeit von geisteswissenschaftlichen Fächern mit Disziplinen aus dem Bereich der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer.

Ihre Anwendung findet die computergestützte Bilderkennung zur Zeit in der Heidelberger Arbeitsgruppe in den hochinteressanten Projekten zur Gestenerkennung in mittelalterlichen Rechtshandschriften (Projekthomepage), in Forschungen zum Zeichenprozess in mittelalterlichen Handschriften (Projekthomepage) und den Forschungen zur allgemeinen Objekterkennung in mittelalterlichen Bildern (Projekthomepage).

Nachtrag (Hoppe): Auf der EVA-Konferenz 2012 in Berlin hat Prof. Barthel sein Projekt INSAS vorgestellt, das zum Ziel hat, eine neuartige kontextbezogene Suche, Navigation und Visualisierung von Informationen in Form eines "lernfähigen" Informationssystems aufzubauen, hier basierend auf der Text- und Dokumentengrundlage des Alice Salomon Archivs der ASH Berlin Home. Auch hier werden gewisse Techniken der Bildauswertung eingesetzt. Das wäre auch für die Kunstgeschichte von hohem Interesse.

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