Erklärung zur Digitalen Kunstgeschichte in der Lehre

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| Dr. Koop, Katharina
 
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| RWTH Aachen, Lehrstuhl für Kunstgeschichte, Fakultätsbibliothek Architektur
 
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Version vom 18. April 2017, 15:47 Uhr

Mainzer Erklärung zur Digitalen Kunstgeschichte in der Lehre

"Das Fachgebiet Digitale Kunstgeschichte als systematische Anwendung digitaler Methoden und Technologien auf Gegenstände der Kunstgeschichte – seien diese materieller oder digitaler Natur – hat sich in der Forschungspraxis bereits etabliert. Jedoch muss dieses noch verstärkt in die akademische Lehre eingebracht werden. Die zunehmende Menge von Forschungsdaten in Text-, Bild- und Filmformaten sowie auch der Gegenstandsbereich digitaler Medienkunst, erfordern dringend eine entsprechende Nachwuchsbildung innerhalb der Kunstgeschichte.

Digitale Kunstgeschichte versteht sich sowohl als Teil des Fachs Kunstgeschichte als auch als Teil der Digitalen Geisteswissenschaften (Digital Humanities), da interdisziplinäres Agieren bei der Anwendung digital basierter Methoden unverzichtbar ist. Dies bedeutet nicht nur den Einsatz digitaler Infrastrukturen und Werkzeuge, sondern auch den methodenkritischen Umgang mit denselben und das Verständnis ihrer technischen Grundlagen jenseits von bloßer computational literacy.

Die vom Arbeitskreis Digitale Kunstgeschichte erarbeitete Erklärung ist als Fortschreibung der Zürcher Erklärung zur digitalen Kunstgeschichte (2014) konzipiert, insofern sie das Ziel hat, die dort formulierten Inhalte in die akademische Lehre zu integrieren.

Die Unterzeichnenden erklären hierzu insbesondere:

  1. Digitale Kunstgeschichte soll – möglichst flächendeckend - integraler Bestandteil der Lehrprogramme in Form mindestens einer qualifizierten Lehrveranstaltung im Kernbereich der BA- und MA-Studiengänge oder in Form eines Moduls werden. Um fachlichen und institutionellen Anschluss zu gewährleisten, sollen die Lehrenden Institutsmitglieder oder feste Kooperationspartner aus den kunsthistorischen Praxisgebieten (Museum, Denkmalpflege, Bibliothek) sein. Bildbezogene Aspekte sollen neben den allgemeinen Digital Humanities-Qualifikationen besonderes Gewicht erhalten.
  2. An einer angemessenen Anzahl von Instituten sollen Master- und Promotionsstudiengänge aufgebaut werden. Hierzu sind geeignete Curricula zur Digitalen Kunstgeschichte zu erstellen im Austausch einerseits mit der Fachcommunity an den Universitäten, an den Museen, im Ausstellungswesen und in der Denkmalpflege und andererseits mit den Verbänden der Digital Humanities. Ziel ist die Vergleichbarkeit der Abschlüsse und eine möglichst weitreichende Akzeptanz sowohl im Fach als auch in den Digital Humanities.
  3. Universitätsinstitute und ihre Träger sollen sowohl personelle als auch sonstige Infrastrukturen bereitstellen. Hierzu gehört die Einrichtung einschlägiger Professuren und Mitarbeiterstellen ebenso wie die Bereitstellung von Infrastrukturen, die das praktische Arbeiten im Rahmen von Forschung und Lehre erlauben (Webserver, Arbeitsplattformen, Datenspeicher etc.), einschließlich der Unterstützung übergreifender Infrastrukturen (z.B. prometheus-Bildarchiv).
  4. Die Zusammenarbeit mit Museen, Sammlungen, Ausstellungseinrichtungen und Denkmalpflege soll insbesondere auf der Ebene der digitalen Praxis gefördert werden (z.B. Dokumentation und Präsentation von Kunstwerken und Bauwerken).
  5. Alternative, bildbezogene Publikationsformen und die offene Bereitstellung von Arbeitsmaterialien sollen gefördert werden. Insbesondere soll zur Open Access-Publikation von Qualifikationsarbeiten ermutigt werden.
  6. Die digitale Kunstgeschichte fördert den Wissenstransfer aus dem universitären Kontext heraus in die Gesellschaft mit dem Zweck der Verwertung der Ideen durch Kooperationen, open source Initiativen, Lizenzierungen, Patente, Beteiligungen und kommerziellen Ausgründungen. In Zusammenarbeit mit den Gründerbüros der jeweiligen Hochschulen sollen Methoden des Innovationsmanagement in den Instituten implementiert und Gründerberatung in die Lehrkonzepte der digitalen Kunstgeschichte integriert werden."


Diese Erklärung wurde auf dem Forum Digitale Kunstgeschichte auf dem XXXIII. Deutschen Kunsthistorikertag 2015 in Mainz vorgestellt und zur Unterzeichnung freigegeben

Liste der UnterzeichnerInnen

UnterzeichnerInnen
Name Institution/Ort
Prof. Dr. Hoppe, Stephan Ludwig-Maximilians-Universität München
Dr. Schelbert, Georg Humboldt-Universität zu Berlin
Baden, Sebastian Hochschule für Gestaltung, Karlsruhe
Grüning, Simon Ruprecht-Karola-Universität Heidelberg
Dr. Kuroczynski, Piotr Herder Institut, Marburg
Dr. des. Dieckmann, Lisa Universität zu Köln /prometheus
Dr. Schwartz, Fritjof Akademie der Wissenschaften, Mainz
Prof. Dr. Strunck, Christina Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Wübbena, Thorsten, JWG Universität Frankfurt / Deutsches Forum Paris
Grimm, B. Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Zeunert, Susanne Heidelberg
Dr. Klinke, Harald Ludwig-Maximilians-Universität München
Kraft, Anneli Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Brenner, Danica Universität Trier
Dr. Raspe, Martin Bibliotheca Hertziana, Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte, Rom
Dr. Jahn, Peter Heinrich Technische Universität Dresden
PD Dr. Engel, Ute Ludwig-Maximilians-Universität München
Korsch, Clemens Mainz
Prof. Dr. Stein-Kecks, Heidrun Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Prof. Dr. Ing. Lengyel, Dominik Brandenburgische Technische Universität Cottbus
Prof. Dr. Seng, Eva-Maria Universität Paderborn
Reusch, Cara-Linn Bonn
Steinbüchel, Magali Bonn
Dr. des. Kretzschmar, Marthe Stuttgart
Dr. des. Bell, Peter Universität Heidelberg
Dr. Pfleging, Bettina Köln
Prof. Dr. Simon, Holger Pausanio GmbH & Co.KG, Köln
Dr. Brenne, Stefan Gießen
Prof. Dr. Eschbach, Norbert Gießen
Dr. Loebel, Jens-Martin bitGilde IT Solutions UG, Berlin
Cremer, Fabian Georg-August-Universität Göttingen
Veit, Torsten Greifswald
Stark, Silvia Universität zu Köln / prometheus
Dr. Müller-Bechtel, Susanne Gräfelfing
Dr. Knickmeier, Ralph Österreichische Galerie Belvedere, Wien
Kant, Christiane kunsttexte.de / kunsttexte e.V., Berlin
Prof. Dr. Moulin, Claudine Trier Center for Digital Humanities
Köhler, Werner Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte/Bildarchiv Foto Marburg
Lutteroth, Jan München
Scherz, Sabine LMU
Prof. Dr. Grau, Oliver Donau-Universität Krems
Lang, Kira Mainz
Prof. Dr. Weilandt, Gerhard Universität Greifswald
Dr. Wipfler, Esther ZI München
Maj, Jacek Collegium Artium, Heidelberg-Warschau
Hespers, Simone Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Dr. Klarmann, Sebastian Programmfabrik GmbH, Berlin
Prof. Dr. Günther, Hubertus Kunsthistorisches Institut Universität, Zürich
Prof. Dr. Verstegen, Ute Philipps-Universität Marburg
Hohmann, Georg Deutsches Museum, München
Dr. Landes, Lilian Bayerische Staatsbibliothek, München
Frings, Jutta Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn
Dr. Bickmann, Isa Frankfurt am Main
Siedentopf, Adrian Ludwig-Maximilians-Universität München
Dr. Pfeffer, Alexandra NEUE kunstwissenschaftliche forschungen, Wien
Dr. Gruber, Marion R. Universität Zürich
Prof. Dr. Goerz, Günther Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Sobisch, Tanja Johann-Philipp-von-Schönborn-Gymnasium, Münnerstadt
Prof. Dr. Groblewski, Michael Università degli Studi di Sassari, Sassari/Alghero (IT)
Wettstein, Bernd Ludwigshafen am Rhein
Dr. Pfeiffer, Andreas Museumsdirektor i. R., Heilbronn
Reichert, Doris Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt, Bildstelle
Dr. Klein, Bernhard München
Kiehn, Andrea TU Dresden
Dr. Eilert, Peter München
Remmes, Undine Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau
Dr. Kuper, Heinz-Günter bitGilde IT Solutions UG, Berlin
Dr. Münster, Sander TU Dresden
Witt, Beate Johanna Kühlungsborn
Merkel, Ronja Johannes-Gutenberg-Universität Mainz
Syrer, Christa Ludwig-Maximilians-Universität München
Prof. Dr. Renders, Helmut Sao Paolo
Dr. Bonaventura, Marcus Trier
Gasser, Sonja Ludwig-Maximilians-Universität München
Rieger, Bernd W. Eberhard Karl Universität Tübingen
Prof. Dr. Kohle, Hubertus Ludwig-Maximilians-Universität München
Dr. Teget-Welz, Manuel Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Arnold, Matthias Universität Heidelberg
Busch, Hannah Trier Center for Digital Humanities
Sauer, Karl-Ludwig München
Dagit, Gerald Universität Regensburg
Reiche, Ruth TU Darmstadt / Georg-August-Universität Göttingen
Dr. Koop, Katharina RWTH Aachen, Lehrstuhl für Kunstgeschichte, Fakultätsbibliothek Architektur
Dr.-Ing. Pfarr-Harfst, Mieke Technische Universität Darmstadt

So können Sie die Erklärung unterzeichnen!

Senden Sie bitte eine eMail an die zentrale eMailadresse des Arbeitskreises Digitale Kunstgeschichte AKDK-info@gwdg.de oder eine/n der SprecherInnen des Arbeitskreises digitale Kunstgeschichte. Wir freuen uns über Ihre Unterstützung. Empfehlen Sie die Erklärung gerne auch Ihren Freunden und Bekannten.

Wichtig: Bitte nennen Sie als Betreff "Erklärung zur Digitalen Kunstgeschichte in der Lehre" sowie ihren vollen Namen und ggf. akademische Titel sowie Ihre institutionelle Anbindung oder ihren Wohnort. Wenn Sie zusätzlich nichts Gegenteiliges mitteilen, gehen wir davon aus, dass Sie mit einer Nennung Ihres Namens, Ihrer Institution oder Wohnorts einverstanden sind. Personen, die nicht öffentlich genannt werden möchten, werden nur mir ihrer Anzahl am Ende der Liste vermerkt.

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